Unsere ersten Tage in Exmouth: Campingplatzsuche, SUP-Pläne und Schnorcheln mit einem Hai
Unsere Ankunft in Exmouth begann mit Magenkrämpfen, schlechter Laune und der Frage, wo wir eigentlich schlafen sollen. Keine 48 Stunden später hatten wir am Strand gefrühstückt, nach einem SUP gesucht, Wale beobachtet und beim Schnorcheln tatsächlich einen Hai gesehen. Exmouth hat uns ziemlich schnell gezeigt, wie nah Stress und Weltreise-Glück manchmal beieinanderliegen.
Erst einmal irgendwo schlafen
Für uns ging es an diesem Morgen schon um 6:30 Uhr los. Wir wollten möglichst früh Richtung Exmouth fahren und endlich ankommen. Der Start war allerdings etwas holprig: Jussi hatte zunächst Magenkrämpfe, die nach einem kurzen Stopp und einem Schluck Kaffee zum Glück schnell wieder verschwanden.
Was uns deutlich mehr beschäftigte, war unsere Schlafplatzsituation. Wir hatten für die kommende Nacht immer noch nichts gefunden und irgendwie zog genau das unsere Stimmung ziemlich nach unten.
Aufbruch Richtung Exmouth
Früh aufstehen, kurz mit Magenkrämpfen kämpfen und dann möglichst direkt weiter Richtung Exmouth.
Der erlösende Anruf
Justin ruft beim Yardie Homestead Campground an – und tatsächlich ist noch ein Platz auf dem Overflow-Bereich frei. Direkt gebucht, Stimmung gerettet.
Frühstück am Town Beach
Bis dahin hatten wir noch nichts gegessen. Also gab es unser tägliches Frühstück, einen zweiten Kaffee und Meerblick direkt am Town Beach.
Auch wenn scheinbar alles voll ist: immer wieder nachschauen
Rund um Exmouth war bei unserer Ankunft vieles bereits ausgebucht. Wir haben aber ziemlich schnell gemerkt, dass sich kurzfristig trotzdem immer wieder Möglichkeiten ergeben können.
Beim Yardie Homestead gibt es zehn Overflow-Campsites. Diese können erst am selben Tag ab 8:30 Uhr gebucht werden und jeweils nur für eine Nacht. Genau so haben wir bei unserer Ankunft doch noch einen Schlafplatz bekommen.
Yardie Homestead ansehen →Auch der Horsemen's Club ist eine gute Möglichkeit für Camper. Für uns war besonders hilfreich, dass die Stellplätze erst 72 Stunden vor dem jeweiligen Übernachtungstag zur Buchung freigegeben werden. Dadurch hatten wir später noch die Chance, einen Platz direkt in Exmouth zu bekommen.
Horsemen's Club buchen →Und noch etwas, das sich bei uns wirklich gelohnt hat: Auch wenn bei Parkstay zunächst alles ausgebucht aussieht, immer wieder einmal nachschauen. Kurzfristig können einzelne Campsites wieder verfügbar werden.
Genau dadurch konnten wir später noch zwei Nächte im Cape Range National Park buchen.
Cape Range Verfügbarkeit prüfen →Endlich angekommen in Exmouth
Mit einem sicheren Schlafplatz im Rücken fühlte sich die Ankunft plötzlich ganz anders an. Erst einmal musste natürlich ein Foto vor dem Willkommensschild gemacht werden – und ein Abstecher ins Visitor Centre durfte ebenfalls nicht fehlen.
Danach ging es zum Town Beach. Dort haben wir nicht nur gefrühstückt, sondern uns nach einer kleinen Pause sogar noch zu einer Joggingrunde aufgerafft. Vier Kilometer direkt am Strand.
Justin behauptet übrigens bis heute, währenddessen Wale aus dem Meer springen gesehen zu haben. Jussi hat keinen einzigen davon gesehen und hält die ganze Geschichte deshalb weiterhin für höchst verdächtig. 😂
Justin: „Da waren Wale!“
Jussi: glaubt ihm bis heute kein Wort. 😂
Nach den vier Kilometern waren unsere Beine jedenfalls erstmal bedient. Also kurz mit den Füßen ins Wasser und anschließend zurück zum etwas weniger romantischen Teil des Reisealltags: einkaufen.
Unsere Vorräte waren fast leer und Justin hatte außerdem schon lange mal wieder Lust auf ein Bier. Am Ende landete ein Sechserpack im Einkaufswagen – für stolze 23 Dollar. Im Vergleich zu Deutschland schon eine kleine Ansage.
Bundegi Beach und die Sache mit dem SUP
Danach ging es weiter zum Bundegi Beach. Allein die Aussicht dort war für uns schon ziemlich beeindruckend.
Gleichzeitig hatten wir uns mittlerweile ziemlich auf die Idee eingeschossen, ein eigenes SUP zu haben. Wir hatten Videos gesehen, in denen Leute vor Exmouth mit dem Board aufs Wasser fahren und dabei Wale sehen – und spätestens da wollte Jussi unbedingt eines.
Nur war spontan eines zu kaufen schwieriger als gedacht. Facebook Marketplace brachte nichts und vor Ort fanden wir hauptsächlich Möglichkeiten zum Ausleihen.
Wir ließen uns davon aber nicht den Strandtag verderben. Justin machte noch ein paar Drohnenaufnahmen, danach ging es zur Abkühlung ins Wasser und schließlich zurück auf unseren Campingplatz.
Nach dem ganzen Suchen haben wir am Abend dann einfach eine Entscheidung getroffen.
Wir haben einfach ein SUP bei Anaconda bestellt. Angegebene Lieferzeit: 2–5 Tage bis Exmouth. Wir wollen es schließlich nicht nur hier, sondern auch auf unserer weiteren Reise entlang der Westküste nutzen.
Mit sicherem Schlafplatz schnorchelt es sich entspannter
Am nächsten Morgen war die Stimmung direkt entspannter. Wir waren einfach froh, auf einem richtigen Campingplatz aufzuwachen, konnten in Ruhe frühstücken und uns überlegen, wie es weitergeht.
Zunächst wollten wir keine weitere Nacht buchen. Gleichzeitig haben wir aber doch noch einmal nach Campingplätzen im Nationalpark gesucht – und tatsächlich zwei Nächte gefunden.
Nach der ganzen Unsicherheit vom Vortag war das eine ziemlich gute Nachricht. Für die kommenden drei bis vier Nächte wussten wir damit endlich, wo wir schlafen würden.
Also konnten wir die Küste anschließend deutlich entspannter genießen.
Unser 4-Wochen-Pass und kurzfristige Campsites
Für unsere Zeit rund um Exmouth haben wir uns einen vier Wochen gültigen Cape Range National Park Pass geholt. Bezahlt haben wir dafür 70 Dollar.
Bei der Campingplatzsuche lohnt es sich außerdem wirklich, regelmäßig wieder auf der Parkstay-Seite vorbeizuschauen. Obwohl zunächst vieles ausgebucht war, konnten wir kurzfristig noch zwei Nächte im Nationalpark ergattern.
Aktuelle Verfügbarkeit ansehen →Erste Schnorchelrunde am Lakeside
Unser erster Schnorchelstopp war Lakeside. Es war ziemlich windig und das Wasser fühlte sich alles andere als warm an – trotzdem wollten wir natürlich rein.
Also wurde sogar noch unsere Luftmatratze aufgepumpt. Jussi nahm sie zunächst mit ins Wasser, entschied sich dann aber doch wieder dagegen. Justin war währenddessen schon ohne Matratze voraus.
Das größere Problem war seine Maske. Mit Bart wollte sie einfach nicht vernünftig funktionieren und die Sicht war entsprechend bescheiden. Also ging Justin noch einmal raus, holte die Luftmatratze und kam damit zurück.
Danach ging es gemeinsam noch etwas weiter durchs Wasser – Jussi auf der Matratze, Justin beim Schnorcheln.
Turquoise Bay – und diesmal mit klarer Sicht
Anschließend fuhren wir weiter zur Turquoise Bay – und dort war es richtig, richtig schön. Auch hier war es ziemlich windig.
Bevor es wieder ins Wasser ging, gab es erstmal Würstchen auf dem Parkplatz. Danach haben wir erneut unser Schnorchelequipment gepackt.
Dieses Mal sollte bei Justin nichts mehr schiefgehen: Die Maske wurde ordentlich mit Seife ausgewaschen – und der Bart musste sogar komplett dran glauben.
Und tatsächlich: plötzlich klare Sicht.
Zwischen all den Fischen haben wir tatsächlich auch einen Hai gesehen. Genau auf so einen Moment hatten wir beim Schnorcheln gehofft – entsprechend groß war unsere Freude.
Wieder draußen haben wir uns direkt am Parkplatz mit unserer Acht-Liter-Dusche abgeduscht, die Sachen zusammengepackt und sind frisch weitergefahren.
Und dann waren da wirklich Wale
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stopp am Leuchtturm. Und dieses Mal gab es bei der Wal-Diskussion wenig Spielraum: Wir konnten tatsächlich beobachten, wie sie aus dem Wasser sprangen.
Für uns war das einer dieser Momente, für die man eigentlich gar nicht viel Programm braucht. Einfach anhalten, schauen und kurz vergessen, dass später noch ganz andere Dinge organisiert werden müssen.
So schön der Tag auch war: Für diese Nacht hatten wir wieder keinen Schlafplatz. Zurück in Exmouth ging es deshalb erneut auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Am Ende wollten wir irgendwo stehen bleiben und am nächsten Morgen bereits um 5 Uhr wieder weiterfahren.
Bevor es soweit war, haben wir in Exmouth immerhin noch Flossen für Jussi gekauft. Nach dem Schnorcheln an diesem Tag war ziemlich klar, dass wir davon in den nächsten Tagen noch mehr machen wollten.
Unterwegs festgehaltenUnsere ersten Eindrücke rund um Exmouth
Exmouth hatte uns ziemlich schnell
Zwei Tage vorher wussten wir noch nicht einmal, wo wir schlafen würden. Dann saßen wir plötzlich mit Kaffee am Town Beach, suchten nach einem SUP, schnorchelten an der Turquoise Bay und sahen erst einen Hai unter Wasser und später Wale vom Leuchtturm aus.
Ganz entspannt war unser Start in Exmouth also definitiv nicht. Aber vielleicht sind es genau diese Tage, die am Ende am meisten hängen bleiben: ein bisschen Chaos, ziemlich viel Improvisation und dazwischen immer wieder Momente, wegen denen wir genau diese Reise machen.